Mein erstes Derby mit Tessa Pöttmes

Prüfungen
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12.04.2014

Bericht

Mein erstes Derby mit Tessa Pöttmes am 12.04.2014 aus meiner Sicht

 

Nach einigen schlafreduzierten Nächten machten wir uns in den frühen Morgenstunden auf den Weg nach Risum-Lindholm, wo für mich als Erstlingsführerin mein erstes Derby mit meiner zehnmonatigen Hündin Tessa Pöttmes stattfinden sollte.

Der Anspruch war hoch, neugierig und kritisch beäugt und unterstützt von einigen Freunden und Bekannten als erfahrene Führer aus dem Kurzhaarlager.

Der Wagen stand am Abend vorher bereits gepackt parat, mit einer Marschverpflegung für mindestens ein langes Wochenende, wovon ich bei aller Aufregung allerdings kaum etwas verzehren konnte.

Alle Teilnehmer trafen pünktlich ein und nicht nur den Erstlingsführern sah man eine gewisse Anspannung und Nervosität an.

Die Begrüßung nahm unsere Landesobfrau für Hundewesen des JGHV -Margitta Albertsen - vor, die auch die Suchenleitung innehatte. Nach einigen erklärenden Worte fühlte ich mich zumindest schon etwas besser.

Die anschließende Kontrolle der Hunde auf dem Vorplatz verlief reibungslos, so dass die beiden Prüfungsgruppen mit je vier Gespannen zeitnah, geführt von den beiden Revierführern, Herrn Christiansen und Herrn Knopka, in die entsprechenden Reviere aufbrechen konnten.

Vor Ort stellte sich das Richterteam persönlich vor und der Obmann gab weitere Instruktionen.

Es wurde mit einem Lösegang für jeden Hund einzeln begonnen, wonach die Führer ebenfalls etwas gelöster wirkten.

Das Wetter hielt sich über Tage und war für eine Hundeprüfung bestens geeignet.

Es wurde rasch windadaptiert der Standort gewechselt, um den Hunden noch vor den eigentlichen Quersuchen Möglichkeit zum Vorstehen zu geben.

Die Richter waren dabei sehr bemüht, für jeden Hund eine passende Situation zu finden bzw. herbei zu führen.

Tessa kam schnell zum Vorstehen an einer Einfallstelle eines Rebhuhnes, so dass ich sie abtragen konnte und der nächste Hund sich an die Arbeit machen durfte.

Die ersten beiden Quersuchen wurden dort durchgeführt und zusätzlich in einer kleinen Tannenschonung nach Vorstehgelegenheiten gesucht.

Unsere erste Quersuche erfolgte in einem anderen Areal, im dem sich ebenso ausreichend Wild verschiedener Arten fand. Angefangen mit Haus-Gänsen, wo Tessa bereits anzog, folgten Enten, Hasen, Fasane und Rebhühner, die mir mein Hund sehr gut anzeigen und vorstehen konnte und schöne Suchengänge bot.

Auch die anderen Hunde konnten das Gelände gut nutzen.

Nach einer Quersuche mit Nackenwind, die Tessa ebenso souverän meisterte, konnten wir schon deutlich entspannter das Auto aufsuchen und kurz verpusten.

Nachdem zwei weitere Teams ihre Aufgaben in einem angrenzenden Gebiet erfolgreich erfüllten, konnte die Mittagsbesprechung und hiernach Mittagspause kommen.

Das Richter-Team gab Rückmeldung, verbunden mit Tips zur Verbesserung für den Nachmittag. Alle Teilnehmer konnten soweit zufrieden sein und sich ihr Butterbrot schmecken lassen.

Für die nachmittäglichen Aufgaben hatte der Revierführer weitläufige Felder für raumgreifende Quersuchen ausgewiesen.

Hier zeigten die Hunde herrlich anzusehende weite Suchen und der Schuss stellte für keinen Hund ein Problem dar.

Tessa konnte in diesem ebenfalls gut mit Wild bestückten Gebiet wieder eine sehr gute Arbeit zeigen. Auf dem ersten Feld saß ein Hase an der Kante, wo sie die Sasse erst vorstand und dann die Arbeit auf der Hasenspur aufnahm und diese gut ausarbeitete, bis sie den Hasen stach, sauber quittierte und freudig zurück kam, um sogleich die Quersuche fortzusetzen.

Nach Wechsel auf gegenüberliegende hasenreiche Wiesen zeigte Tessa nochmals eine außergewöhnliche Arbeit mit einer planvollen Quersuche, Vorstehen von Sassen und Hasen mit anschließender Hasenspur sowie Vorstehen mit Gehorsam am Hasen und nachfolgender Arbeit auf der Hasenspur, welche dann mit dem erhofften Armbruster Haltabzeichen neben dem schon im Vorwege erarbeiteten Andreasstern belohnt werden konnte.

Ein von einem anderen Hundeführer angemeldeter Andreasstern konnte leider nicht bestätigt werden, während ein anderer Hund ebenfalls die Hasenspur erfolgreich gearbeitet hat und ein weiterer Hund einen Lautnachweis erhielt.

Vor Ort erfolgte die interne Beratung des Richter-Teams und anschließende Mitteilung der Ergebnisse, während die Hunde dabei den letzten Teil der Prüfung -den Wesenstest- absolvierten.

Jedes Hundegespann wurde einzeln beim offenen Richten besprochen, was für die Teilnehmer angenehm und lehrreich war.

Tessa erhielt AS und AH und für die gezeigte Arbeit des Tages zudem in der Suche 4h.

In dem Moment konnte ich dies noch gar nicht richtig realisieren. Überglücklich und mit plötzlich weichender Anspannung und einigen Freudentränen war es gar nicht so einfach ein paar Worte  zu finden.

Gemeinsam machte sich die Corona wieder auf den Weg zurück in das Suchenlokal von Familie Johannsen, wo man anders als am Morgen entspannte und freudige Gesichter sah.

Während die Richter abschließend die Unterlagen bearbeiteten, konnten wir Hundeführer und unsere Begleitpersonen schon zum gemütlichen Teil übergehen. Es wurde dann ein Essen mit herzhafter Hausmannskost gereicht, was richtig gut tat und sehr lecker war.

Mit der anschließenden Preisverleihung und einigen Worten fand der Prüfungstag seinen würdigen Abschluss.

Alle Hunde haben toll gearbeitet. Vom 8 Teams gab es einen III. Preis für den jüngsten Hund und ansonsten nur I. Preise. Ein toller Erfolg für alle.

Meine Tessa und ich wurden Suchensieger und ich bin mächtig stolz auf meine Hündin.

Ich war schier überwältigt und überglücklich, nicht nur über die tolle Leistung von Tessa, sondern auch über einen wirklich schönen Prüfungstag, mit netten Menschen und tollen Hunden, die alle eine prima Arbeit gezeigt und bestanden haben und unversehrt blieben.

Meine anschließende kleine Ansprache verlief auch schon etwas sortierter als draußen im Feld.

Ich möchte an dieser Stelle nochmals allen ganz herzlich danken, Margitta als Suchenleiterin sowie allen weiteren Beteiligten für eine super Organisation und die kulinarische Verpflegung im Gasthof,  den Revierführern für Ihre Mühen und Bemühungen, den Richtern für den netten Umgang und das faire Richten, den Mitstreitern für einen tollen Teamgeist, den Begleitpersonen für ihre mentale Unterstützung und nicht zuletzt meinem lieben Mann, Henning Kempe, der mir immer zur Seite steht.

Für mich ein ganz besonderer Tag!

Suchensieg ist auch Suchenglück -wie der ein oder andere anmerkte- und dafür braucht es Glück. Das Glück hatten wir an diesem Tag. Es passte einfach alles zusammen. Ein besonderer Tag, ein besonderer Hund, Suchenglück und ein glückliches Hunde-Führer-Team!

Ich bin gespannt auf das, was kommt, spätestens zur nächsten Prüfung!

Wir freuen uns schon!

 

gez. Dr. Andrea Knippert


Bilder

“Tessa Pöttmes”

“Tessa Pöttmes”

“Andrea mit Tessa ...das Suchensiegergespann”

“Andrea mit Tessa ...das Suchensiegergespann”

“Zahnkontrolle”

“Zahnkontrolle”

“...und wenn du heute nicht parierst...”

“...und wenn du heute nicht parierst...”

“...alle Teilnehmer”

“...alle Teilnehmer”

“Hase verläßt das Treiben..”

“Hase verläßt das Treiben..”

“Richter unter sich...”

“Richter unter sich...”

“Schußfest im Feld...”

“Schußfest im Feld...”

“Voller Tatendrang”

“Voller Tatendrang”

“\"offenes Richten\" ....”

“\"offenes Richten\" ....”

“Margitta\'s Abschlußworte”

“Margitta\'s Abschlußworte”

“Hasen gab es heute genug..”

“Hasen gab es heute genug..”

“Hasen...schon wieder..”

“Hasen...schon wieder..”

“...und noch einer.”

“...und noch einer.”

“Wesenstest...”

“Wesenstest...”